Karachimayu – ABC

Anotar: Wer Mist baut (vor allem abends machen das manche Internatsschüler ganz gerne), sollte kurzerhand aufgeschrieben werden (also evtl. Papier und Stift in der Hosentasche haben). Denn einige Schüler provozieren gerne und sind manchmal etwas respektlos. Gut, wenn man dafür schnell die Namen der Störenfriede lernt. Bei Gelegenheit (z.B. beim Essen) werden die Namen dann Doña Flora mitgeteilt (Internatsschüler) oder wenn es im Rahmen des Unterrichts ist, geht man zur Direktion.

Aktivitäten: Am Nachmittag und Abend bietet es sich an, mit den Schülern etwas zu machen, sozusagen AGs anzubieten.In Absprache mit Don Filemon und dem Direktor kann man z.B. mit ein paar Freiwilligen mal ein europäisches Essen zubereiten (evtl. Zutaten aus El Villar mitbringen!), Computer-Grundlagen vermitteln (sechste Klasse aufwärts evtl.?; in Kleingruppen), Sport machen (Turniere!), Hinterm Internat gibt es einen Fluss, in dem man Baden kann.

Aufschreiben: Schreib’ für den nächsten Freiwilligen / die nächste Freiwillige detailliert auf, was du mit welchen Kursen gemacht hast, damit sie fortsetzen können und nicht wieder bei Adam und Eva anfangen müssen.

Besuch: Die Schüler kommen vor allem abends wahrscheinlich gerne zu dir zu Besuch, z.B. um sich Fotos zeigen zu lassen. Bei mehr als vier Schülern wird es eng, da muss man einfach hart sein und auswählen. Und man muss ja auch nicht jeden Abend Besuch empfangen, auch wenn sie dann vielleicht etwas sauer sind.

Caña: Zuckerrohr kriegst du (je nach Jahreszeit) wahrscheinlich immer wieder geschenkt. Man reisst sich mit den Zähnen immer etwas ab (oder schneidet es mit einem Messer nach und nach ab) und saugt es dann aus. Nicht kauen und runterschlucken.

Chagas: Während in den HI-Hostels ja keine Gefahr für eine Infektion mit der Chagas-Krankheit besteht, ist dein Schlafplatz in Karachimayu deutlich einfacher – du schläfst evtl. in einem nicht mehr ganz neuen Lehmgebäude. Deshalb solltest ein Moskito-Netz mitnehmen und die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen beachten.
Denk daran: Chagas ist nicht heilbar! Und Bisse und Stiche von anderen Tierchen sind auch nicht immer angenehm und harmlos.

Dusche: Es gibt zwei Duschen, natürlich ist das Wasser kalt. Da es sonst keine echten Alternativen zur Körperpflege gibt, solltest du sie regelmässig benutzen, z.B. jeden zweiten Tag (Vorbildfunktion). Man gewöhnt sich wirklich daran und nach einer Zeit ist es kein Problem mehr.

Englischunterricht: Du bist aus Sicht der Schüler und auch der Lehrer vor allem für den Englisch-Unterricht da. Versuche, von fünfter Klasse aufwärts zwei Stunden pro Woche pro Klasse zu erhalten, damit es voran geht (den Lehrern in der Besprechung ein Angebot machen – die Vokabel „aprovechar“ ist hier gut ) Bei dritter und fünfter Klasse ist es wahrscheinlich das beste, wenn du wieder nur die Fünftklässler unterrichtest und Profe Primo mit den Drittklässlern irgendetwas anderes macht.

Doña Flora: Die Tutorin des Internats, ist vor allem am Anfang dein erster Ansprechpartner. Sie ist natürlich kein studierter Pädagoge und somit etwas einfacher, manchmal nett, manchmal streng, aber offen für Vorschläge von den Freiwilligen.

Fotos: Du wirst wahrscheinlich vielfach gefragt werden, ob du von Schülern Fotos machen kannst. Später wollen sie dann, dass du sie entwickeln lässte („revelar“). 1 Bs / Foto ist der Standard-Preis.

Funkgerät: Das einzige Kommunikationsmittel. Wird morgens so gegen 8.40 bis 9.00 Uhr eingeschaltet, abends so von 17.40 – 18.00. \\  Auf einem Hügel in ca. 5 Minuten Entfernung (Cemeterio) funktionieren auch Handys; lass dir den Weg am besten einfach beschreiben/zeigen. Zur Erinnerung: die Vorwahl bei Entel nach Deutschland ist „001049“. „+49“ funktioniert nicht!

Futsal: Als Mann (aber warum nicht auch als Frau?) wirst du mit den Profes Anibal, Mario und Primo sowie einigen Dorfbewohnern gelegentlich Futsal gegen die Dorfjungs spielen. Meistens beträgt der Einsatz pro Kopf 5-10 Bs.

Geld: brauchst du an sich sehr wenig, aber du solltest schon genügend dabei haben – für Süssigkeiten und Einsätze bei Futsal-Spielen und manchmal auch um eine mobilidad bezahlen zu können. Und am besten nicht mit 100ern ankommen, sondern Kleingeld mitnehmen.

Handynetz gibt es im Ort selbst nicht, dafuer aber auf einem kleinen Huegel, ca. 10-15 Minuten Fussmarsch von der Schule entfernt. Der Empfang schwankt jedoch je nach Wetter stark, man sollte sich nicht darauf verlassen.

Hände waschen: Die Schüler müssen sich alle vor dem Essen und nach dem Toilettengang gründlich (!) die Hände waschen. Wer das nicht macht, soll ermahnt werden und du solltest unbedingt (!) darauf bestehen, dass es dann auch gemacht wird. Das habe ich (Bernhard, Juni/Juli 2010) neu eingeführt und die Lehrer unterstützen das (eigentlich) auch. Es sollte auf keinen Fall einschlafen!

Interesse: Die Schüler begegnen uns Freiwilligen mit sehr viel Interesse. Wenn du nicht willst, dass sie bestimmte Sachen in die Hand nehmen oder sehen, dann verstau sie in deinem Rucksack. Ansonsten wirst du zu allem und jedem ausgefragt.

Internado: Du wirst dort vor allem abends bei der Hausaufgabenbetreuung helfen und die vier Mahlzeiten (desayuno um 8 Uhr, almuerzo um halb 1 Uhr, té um 4 Uhr und cena zwischen 6 und 7) dort mit den Internatschülern einnehmen.

J:

Klopapier: Unbedingt ausreichend aus El Villar mitnehmen. Einfach Fanny fragen.

Lage: Karachimayu liegt 30 km südöstlich (?) von El Villar entfernt im Chaco in atemberaubender Landschaft. Die Schule liegt auf knapp 1500 m ü.NN. (laut GPS). Auf einer mobilidad braucht man von El Villar zweieinhalb bis drei Stunden, zu Fuß je nach Wetter und Tagesform ca. sechs Stunden. Der Weg ist zu schlecht, um mit einem geliehenen Motorrad zu fahren, jemanden abzuholen und dann zu zweit zu fahren.

Lesen: Man kann gar nicht genügend Lesestoff mitnehmen, deshalb muss man sein Lesen etwas rationieren.

Leute Die Mentalitaet in den Comunidades, also Aussendoerfern, ist nochmal eine andere als in El Villar selbst. Man wird sehr oft eingeladen etwas mitzuessen oder einfach nur Zeit mit den Menschen zu verbringen.

Doña Lurgia: Die Köchin des Internats. Wenn du sie lieb und vorsichtig fragst, kannst du auch mal mit den Internatsschülern etwas europäisches kochen. Am besten zwei Tage vorher fragen und sie gut einbinden.

Muska: Ein kleines Dorf mit eigener Schule in der Nähe von Karachimayu (30 Minuten auf dem camion).

Der Name: ist Quechua. „Karachi“ ist eine Fischart, „mayu“ bedeutet „Fluss“.

O:

Profes: Profe Yolanda und Profe Anibal leben zusammen mit ihren Kindern Gretcel (sechste Klasse) und Alberth (achte Klasse) sowie mit Ana Eyda (keine Tochter! sondern Schwester von Yolanda, auch achte Klasse) in dem Haus am Weg. Sie haben einen Fernseher mit Satellitenschüssel und einen camion. Profe Yolanda unterrichtet Pre-Escolar und auch noch Hausarbeit. Profe Naty (Natividad) und Profe Fortunato haben die Kinder Gaby, Juanita (sechste Klasse) und Eviko/Evito (?) (Kleinkind). Profe Fortanto unterrichtet vor allem die achte Klasse und humpelt, seine Frau unterrichtet die Fünftklässler. Profe Carmen und Profe Primo sind ihre Nachbarn und haben eine Mini-Tienda. Ihre Kinder sind Wendy, Romario (vierte Klasse) und Yehrzon (zweite Klasse). Profe Carmen unterrichtet die Erst- und Zweitklässler. Ihr Mann unterrichtet dritte und vierte Klasse. Der Direktor unterrichtet nicht, sondern verwaltet vor allem und ist immer mal wieder weg nach El Villar oder auch Sucre, um Dinge zu erledigen.

Quechua: spricht man hier nicht. Nur in der Schule lernen die Schüler das ein bisschen.

Regen: Es regnet selten, aber dann heftig. Aus Wegen werden Flüsse.

Schwimmen: Noch nicht mal fünf Minuten von der Schule entfernt gibt es im Fluss eine Stelle, an der man gut schwimmen gehen kann. Lass es dir zeigen oder den Weg erklären von den Lehrern, Schülern oder Doña Flora.

Seife: aus El Villar mitbringen und immer schön zur Toilette mitnehmen. (Vorbildfunktion!) Seife den Schülern anbieten (am besten drauf bestehen, dass sie sie nutzen), wenn gerade jemand sich auch die Hände waschen muss und du sie dort hast.

Strom: Es gibt nur ein bisschen Solarstrom für das Funkgerät und fürs Licht. Dementsprechend muss man mit allem, was aufgeladen werden muss (wie z.B. MP3-Player), gut haushalten. Handys/iPods etc. kann man für 2 Bs. bei Profe Anibal aufladen. Meist bekommt mans aber kostenlos. Ausserdem kann man an den wenigen Wochenendaufhalten in El Villar alle Akkus laden.

Suppe: Zu ca. 80 % gibt es mittags und abends Suppe. Wenn dir ein Teller nicht reicht, bekommst du meistens auch noch etwas nach.

Tienda: Bei Profe Carmen und Profe Primo gibt es in den Pausen und auch sonst immer, wenn jemand da ist, vor allem Süssigkeiten und Soda zu kaufen. Aber auch Waschpulver oder Klopapier kannst du dort kaufen, wenn du keines mehr hast.

Umgebung: Wenn man am Wochenende da bleibt, sollte man unbedingt wandern gehen und die wunderbare Landschaft entdecken. Kommt man bei einem „Bauernhof“ vorbei und rennt nicht einfach weiter, sondern grüsst und wird etwas langsamer oder bleibt aus irgendeinem Vorwand (Foto) stehen, kann man sich fast sicher sein, dass man eingeladen wird.

„Usted“: Die Lehrer spricht man i.d.R. an mit „Profe [Vorname]“ und „usted“ – man siezt sie also. Das gleiche eigentlich auch bei den sonstigen Leuten, dann nur „Don“ bzw. „Doña“ statt „Profe“. Bei Profe Mario ist ein „tú“ aber wohl auch nicht verkehrt.

V:

Wasser: kann man in Karachimayu nicht kaufen. Das Wasser aus dem Hahn ist jedoch so frisch, dass das auch gar nicht noetig ist. Es kommt direkt aus einem Felsspalt und muss nicht abgekocht werden – sehr lecker.

Wochenenden: Du wirst nicht jedes Wochenende nach El Villar fahren können und wollen. Richte dich darauf ein, dass du auch mal drei Wochen am Stück in Karachimayu bleibst. Dann versorgen dich die Lehrerfamilien mit Essen, ansonsten musst du gucken, was du mit der vielen Freizeit machst… Angeln, Baden oder Honig ernten.

X:

Y:

Zähne: Die Internatsschüler sollten jetzt eigentlich alle Zahnbürsten und Zahnpaste haben. Üb’ mit Ihnen das Zähneputzen. Am besten morgens nach (!) dem Frühstück und Abends vor dem Ins-Bett-Gehen (und nicht direkt nach dem Abendessen, weil sie dann ja teilweise noch etwas Süsses essen gehen) sollte das jetzt fest verankert werden. Einen Zahnarztbesuch zu organisieren wäre auch äusserst sinnvoll, da viele Kinder schlechte Zähne haben. Die Behandlung müsste jetzt über die neue Schüler-Krankenversicherung von Ayuda en Acción / Pasos bezahlt werden. Und auf Dauer müssen dann auch die Zahnbürsten alle paar Monate ausgetauscht werden. Don Arturo müsste euch die Zahnbürsten/Zahnpasta finanzieren.

Zitrusfrüchte: gibt es je nach Saison ziemlich viele. Dann kriegst du wahrscheinlich gelegentlich welche geschenkt, sonst informiere dich auch einfach mal bei den Profes, wo du welche kaufen kannst.