Isla del Sol – ABC

Amelia: Amelia ist die Englischlehrerin der Sekundaria. Sie sitzt stets mit im Unterricht und lernt mit den Schuelern, da sie selbst wenig Englisch spricht. Bei Fragen zum Englischunterricht oder auch allgemein steht sie immer zur Verfuegung. Sie ist fuer euch wahrscheinlich die wichtigste Ansprechpartnerin der Secundaria in Challa. Auch am Wochenende kann man sie erreichen, da sie auf der Insel lebt.

Aymara: Aymara ist die gaengige Sprache auf der Isla. Es gibt sogar einige aeltere Inselbewohner die nur Aymara sprechen. Sie ist aelter als Quechua und die Aymara identifizieren sich stark mit ihrer Sprache. Zum Standardgebrauch gehört der Gruß Kamisaki, der mit Waliki erwidert wird, was soviel bedeutet wie: Holá! Comó estás? – Está bien!

Anfreunden: Die Leute auf der Insel, insbesondere in Cha’lla sind sehr nett und zuvorkommend, sobald sie einen ein wenig kennen. Besonders die Schüler schätzen und würdigen eine freundschaftliche Beziehung mehr als die klassische Schüler-Lehrer-Beziehung. Im Vergleich zum Tiefland sind sie jedoch sehr zurückhaltend, sodass es nicht leicht ist soziale Kontakte aufzubauen.

Boote: Die Boote nach Copacabana fahren von Cha’lla Mi. &Sa.& So. morgens gegen 7:15Uhr ab und gegen 13:30 Uhr wieder zurück. Von Yumani fahren sie täglich 8:30, 10:30 & 15:30 Uhr. Von Challapampa fahren sie täglich 8.30, 10.30, 13.30. Der normale Preis einer Überfahrt auf der „Wilka“ liegt bei 5 Bs, von Yumani muss man mit 20 Bs rechnen.

Blog: Ein Blog ist eine schöne Sache, jedoch schwer auf dem aktuellen Stand zu behalten (durch die unzureichende Internetsituation – nicht immer zugänglich, langsam, teuer). Blogs des Jahrgangs 2012/2013: Leonieschafft.de, titicacasee.ausland.org

Cha’lla: So heisst die Comunidad, in der wir wohnen. Cha’lla ist Aymara und heisst auf deutsch Sand. Neben Yumani im Sueden und Challapampa im Norden, gehoert sie zu den drei Comunidades auf der Insel und liegt im Zentrum. Auch ist hier das einzig grosse Colegio auf der ganzen Insel, d.h. sehr viele Jugendliche ab 14.Jahren laufen jeden Morgen nach Cha’lla zum Unterricht.

Challapampa: So heisst der neue Einsatzort, in dem seit 2012 zwei weitere Freiwillige arbeiten. Challapampa ist touristischer und wohlhabender als die Comunidad Challa. Wir arbeiten im Kindergarten, der Primaria und in zwei Klassen der Secundaria. Copacabana: 2-3 Stunden dauert die Überfahrt nach Copacabana und ist bei starkem Wellengang nicht zu empfehlen. In Copacabana können Einkäufe erledigt, das Internet genutzt und der Bus nach La Paz genommen werden.

Dinero: Viel Geld benötigt man für das Leben auf der Insel nicht, außer für den persönlichen Bedarf an Süßigkeiten und zusätzlichen Getränken. Besonders kostspielig wird es nur bei Reisen nach Copacabana oder im Internetcafé in Yumani oder Challapampa (10 Bs/ Stunde).

Essen: Zusammen mit unseren „Gasteltern“ bereiten wir die Mahlzeiten vor. Es gibt in der Regel leckere Gerichte, allerdings ist das Essen aufgrund der Lage der Insel streng rationiert. Kleine Snacks erhält man in drei verschiedenen Tiendas in der Bucht zu vernünftigen Preisen.

Fußball: In diesen Kreisen ist Fußball wie Sex, die Leute stehen drauf. Fußball hält hier, wie überall auf der Welt die Gemeinden zusammen. Während der Saison ist jeden Sonntag Spieltag auf der Insel.

Gastfamilie: Wir wohnen mit Nelson (29 Jahre), Sol (24 Jahre) und Cielo ( 2 ½ Jahre) zusammen im Hostal in Challa. Bedingt durch das Alter haben wir eine sehr freundschaftliche Basis. Sol ist aufgeschlossen, freundlich und hat immer viel zu erzählen. Nelson ist sehr hilfsbereit und grosszügig.

Grüßen: Die „Isla del Sol“ ist eine Touristeninsel. Um möglichst schnell das Touri-Image abzulegen empfiehlt es sich stets alle Leute zu Grüßen, ob man sie kennt oder nicht. Je nach Tageszeit kommt es auch gut die passenden Zeiten, wie „Buenos días“, „Buenas tardes“ oder „Buenas noches“ zu benutzen. Wie bereits erwähnt, sind die Menschen sehr freundlich und werden sich sowohl freuen, als auch den Gruß erwidern.

Helfen: Für alle Voluntarios ist Helfen selbstverständlich, zum Beispiel beim Be- und Entladen der Boote zu helfen, was uns rasch die Sympathie der Menschen einbringt und den Kontakt mit Einheimischen ermöglicht. Generell wird oft Hilfe benötigt, doch sind die Leute zu schüchtern, um direkt danach zu fragen. Auf der Isla gibt es viel körperliche Arbeit zu erledigen, was meistens männlichen Voluntarios leichter fällt und eher zugetraut wird.

Insel: Die „Isla del Sol“ teilt sich in die drei Gemeinden Cha’llapampa im Norden, Cha’lla im Zentrum und Yumani im Süden. Hier teilen sich ca. 4000 Menschen und ebenso viele Schweine, Schafe & Esel die 12 mal 4 Km. Unsere Gemeinde Cha’lla wird durch einen Hügel geteilt. Im Tal, in dem wir wohnen, befindet sich die Schule und drei Laeden. Von hier fahren auch Mi., Sa. & So. die Boote nach Copacabana. Im Tal auf der anderen Seite des Hügels liegt das Fußballfeld direkt am See. Wenn man nicht kälteempfindlich ist, kann man im See baden.

Jorge: Don Jorge ist der Vater von Nelson und wohnt zwischenzeitlich in La Paz. Nelson hat das Hostel von ihm übernommen. Trotzdem lässt er sich immer mal wieder auf der Insel blicken, um beispielsweise seine Felder zu bestellen, die Familie zu besuchen oder das Hostel ein paar Tage zu leiten, wenn Nelson und Sol für Einkäufe in La Paz sind. Jorge ist sehr zuvorkommend und hilfsbereit.

Kontakt zur Außenwelt: Der Kontakt zu Familie und Freunden ist auf der Insel mit viel Aufwand und Kosten verbunden, wenn man das Internet benutzen moechte (10Bs/Stunde, in La Paz 2Bs/Stunde). Internet gibt es nur in Yumani und Challapampa mit ausreichender Geschwindigkeit für Skype, jedoch gibt es keine geregelten Öffnungszeiten. Es empfiehlt sich ein eigenes Handy (Triband oder Quadband) mitzubringen und sich eine ENTEL-SIM-Karte zu beschaffen, denn nur so hat man auf der Insel Netz zum telefonieren. Dies ist die einfachste Variante, da billige Vorwahlen von Deutschland aus genutzt werden koennen (ca. 8ct/Minute).

Laufen: Das wichtigste Fortbewegungsmittel auf der Insel sind unübertroffen die Beine, dennoch erreicht man jeden Ort über den ein oder anderen Hügel. An die Höhe gewöhnt man sich schnell und so kann man nach kurzer Zeit Yumani in 50 und Cha’llapampa in 30 Minuten erreichen. Es handelt sich um einfache Pfade.

Maut: Die Touristen müssen beim Betreten & Verlassen der Gemeinden Wegezoll bezahlen, der uns als Freiwillige aber erspart bleiben soll, allerdings müsst ihr auf eurem Recht beharren. Im Notfall helfen die Dokumente von Volunta oder besser von Hostelling auf Spanisch eigentlich immer weiter. Aber Diskussionen sind hier eigentlich normal, da täglich viele Touristen die Mautstellen passieren.

Nützliches: Das vorhandene Werkzeug befindet sich im Hostel in Cha’lla und kann dort von Nelson ausgehändigt werden. Leere Flaschen empfehlen sich aufzuheben, da es vorkommen kann, dass es nur selten Trink- und manchmal auch gar kein Wasser gibt. Sonnencreme ist auf der „Isla del Sol“ unentbehrlich!!! Buecher sollten mitgebracht werden, falls jemand einen Laptop dabei hat, empfehlen sich auch Filme (billig in La Paz zu erwerben). Ausserdem sollte man sich darauf einstellen, dass es zu Stromausfaellen kommen kann – also immer eine Taschenlampe oder Kerzen bereithalten. Medikamente sollten auf jeden Fall vorhanden sein: gegen Uebelkeit, Durchfall, Fieber und Schmerzen, auch gelgentliche eingenommene Multivitamintabletten sind nicht verkehrt. Eine Waermeflasche hat uns schon so manche Naechte geholfen, egal ob bei Bauchschmerzen, kalten Fuessen (jeden Abend) oder einfach nur so zum wohlfuehlen. Ganz wichtig ist Bodylotion, da die Luft sehr trocken ist und Kontaktlinsenflüssigkeit (ist in Bolivien teurer als in Deutschland).

Offen für Alles: Auch hier auf der Insel wird man mit einer Vielzahl von neuen Bräuchen, Traditionen & Nahrungsmitteln konfrontiert. Wir erzählen euch sicher nichts Neues, wenn wir sagen, dass es immer etwas zu entdecken gibt. Zudem freuen sich die Leute hier, wenn man sich bemüht ihre Bräuche und Traditionen zu teilen oder das Essen, sei es Fischsuppe mit Fischaugen, Meerschweinchen oder Sonstiges, probiert. Besonders ist uns das aufgefallen, als wir den Saisonabschluss mit unserer Fußballmannschaft feierten und dazu Cokablätter und Getränke über Trophäen und das gewonnene Trikotset verteilten (gilt für den Jahrgang 2010).

Preise: Wie immer kommen die Touris oder die Voluntarios, die für solche gehalten werden, mit den Preisaufschlägen nicht zu kurz. Durch gegenseitige Sympathie mit einigen Ladenbesitzern auf der Insel, wie Viktor sind wir auf realistische Preise gekommen, die wir auch kurz auflisten wollen: • Pepsi: 7,00 Bs • Coca Cola: 8,50 Bs • Singani: 24,00 Bs • Bier (Paceña): 9,00 Bs • Wein: 26,00 Bs • Maná: 5,00 Bs • Moraditas: 1,50 Bs • María: 1,00 Bs • Game: 1,50 Bs • Brötchen: 0,50 Bs • Nucita: 0,50 Bs • Cremositas: 1,50 Bs (Stand 2010)

Ruhe: Wenn es eins gibt, was wir auf der Insel sehr zu schaetzen gelernt haben, dann ist es die unglaubliche Ruhe. Es gibt keinen nervigen Autolaerm und man wird immer in Ruhe gelassen, wenn man es so moechte! Man hat also unglaublich viel Zeit fuer sich selbst, zum lesen (Buecher unebdingt mitbringen), Musik hoeren oder Filme gucken.

Schule: Die „Unidad Educativa Cha’lla ” ist eine Schule, die alle 12 Klassenstufen und einen Kindergarten umfasst. Sie wird geteilt in 1. – 6. Klasse, die Primaria und Secundaria, welche die Klassen 7-12 beinhaltet. Beide Stufen haben jeweils einen Direktor. Die Schule beginnt täglich 8:30 Uhr im Winter und um 8:00 Uhr im Sommer. Jeden Morgen gibt es einen Morgenapell, dann faengt der regulaere Unterricht an. Am Wochenende findet kein Unterricht statt. In der Regel dauert eine Doppelstunden ohne Pause 70 Minuten, kann aufgrund der „hora boliviana“ jedoch variieren. Die „Unidad Educativa Challapampa“ umfasst einen Kindergarten sowie die Klassenstufen 1-8. Sobald die Schüler die 8. Klasse abgeschlossen haben, wechseln sie auf die Schule in Challa. Die Zeiten sind identisch zu denen in Challa und der Schulweg dauert ca. 45 Minuten. Tampons: Nehmt auf jeden Fall ausreichend Tampons mit, da sie hier viel teurer sind als in Deutschland.

Tiempo libre: Da die Arbeit in der Schule nur den Vormittag ausfüllt, bleibt für individuelle Freizeitgestaltung und eigene Projekte sehr viel Zeit. Eine von den Eltern gern gesehene Art, sich die Zeit zu vertreiben, ist die sinnvolle Beschäftigung mit den Kindern am Strand. Generell bietet sich der Strand als Aufenthaltsort für die Freizeit an, da man hier Schüler, Lehrer, Touristen und alle anderen, die am Tag vorbeikommen, sei es auf dem Weg zur Arbeit, zurück nach Hause oder beim Ausführen der Tiere am Strand, trifft. Zudem bietet sich der Strand zum Sonnen, Baden, oder einfach nur zum Entspannen bei der Unterrichtsvorbereitung an. Auch Nelson freut sich immer ueber Hilfe im Hostal.

Umwelt: Leider sind die Menschen & ganz besonders die Kinder hier nicht sehr umweltbewusst. Dies spiegelt sich besonders am sonst eigentlich sehr schönen Strand wider. Jedoch gelingt es leicht die Kinder zum Säubern des Strandes zu motivieren, wenn man sich Zeit nimmt und es mit ihnen gemeinsam angeht.

Viktor: Don Viktor ist der Ladenbesitzer von einem Laden in Cha’lla und Kapitän der „Willka“, die zwischen Cha’lla und Copacabana verkehrt. Ladenöffnungszeiten gibt es nicht. Doch Viktor wohnt direkt neben dem Laden, daher kann man ihn rufen, wenn der Kiosk gerade nicht betreut wird.

Waschen: Zum Leben auf der Insel benötigt man nur X-trem-Kleidung. Diese traditionsgemäß im Titicacasee oder in der Waschschüssel, in jedem Fall jedoch per Hand gewaschen. Dazu bietet sich Waschseife aus Algen an, die man ebenfalls bei Viktor kaufen kann. Sich selbst kann man in der Dusche waschen, auf jedem Zimmer ist eine Dusche vorhanden (das Wasser ist jedoch nicht immer warm).

X-trem-Kleidung: Solange die Sonne scheint, ist es heiß und man kann in kurzer Kleidung am Strand chillen, doch sobald es dunkel wird könnte es selbst den Härtesten unter uns zu kalt werden. In der Nacht reichen zum Schlafen im Hostel die vorhandenen Decken vollkommen aus. Wer schnell und leicht friert, dem hilft der eigene Schlafsack sowie die Wärmflasche.

Yumani: Nach einiger Zeit lässt sich diese Strecke in etwa 45 Minuten zurücklegen. Wichtig ist, dass nur das Wichtigste mitgenommen werden sollte, um die Wanderung zu erleichtern. Früher waren auch Freiwillige in Yumani, jetzt haben wir jedoch kaum Kontakt zu dieser Gemeinde. Yumani ist sehr touristisch.

Ideenboerse Es waere sinnvoll zu versuchen einen regelmaessigen Besuch der Aerzte aus Copacabana in die drei Comunidades der Insel zu organisieren, da die medizinische Versorgung auf der Insel weiterhin sehr schlecht ist. Der Besuch in allen Comunidades waere gut, weil sich die Fortbewegungsmoeglichkeiten auf der Insel auf Fussmarsch beschraenken. Da der Tourismus in Ch’alla immernoch viel weniger ausgepraegt als in den anderen Doerfern ist, wollten wir ein Schild mit Weg- und Hostalbeschreibung an die Felsen zwischen Yumani und Ch’alla, als auch auf die Felsen zwischen Ch’alla und Ch’alla Pampa spruehen. In der Vergangenheit wurden Holzschilder immer gestohlen, daher haben wir uns diese Methode ueberlegt. Ausserdem waere es vielleicht sinnvoll, Flyer zu erstellen und in Copacabana, vielleicht sogar in La Paz auszulegen. Desweiteren putzen wir jeden Schulmorgen mit der Kindergartenklasse von Octavio die Zaehne. Das ist sehr wichtig, da die Kinder zu Hause kein Zahnzeug haben und ihre Zaehne daher sehr schlecht sind. Die Sachen werden von Hostelling International Bolivia gesponsort und wir bitten euch dieses Projekt weiterzufuehren (Challa

Weitere Projekte, die wir im Jahr 2013 umsetzten wollen: • Müllproblem angehen (Projekttag in der Schule, Mülleimer) • Mautstelle ausbauen und Schichten übernehmen • Englischunterricht für Dorfbewohner • Spielesalon (Challapampa) • Computerkurs (Challa) • Postkarten der Isla • Briefkontakt mit deutscher Schule • Zahnarztprojekt von Hostelling (wird ab August 2013 beginnen)

Sarah Pratscher (2010 ergänzt und aktualisiert durch Benjamin Scher, Martin Moritz und Miriam Erdlenbruch, 2012 erneut überarbeitet)